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Geschichte

Über die Entstehung unseres Hotels vor mehr als 150 Jahren

Nichts bleibt, wie es ist. Beständig ist nur der Wandel. Vor langer Zeit, im Jahre 1866, erbaute Christian Gerlach der Dritte hier in Niederwerbe das Stammhaus der Gerlachs. Inzwischen sind mehr als 150 Jahre ins Waldecker Land gezogen. Aus dem Stammhaus und dem späteren Gasthaus ist heute ein modernes
Flair-Hotel entstanden. Die Welt, Deutschland, Hessen und auch unser Dorf haben sich seither komplett verändert – und zwar landschaftlich
aber vor allem auch politisch.

Der Friede ist nämlich ein so großes Gut, dass man selbst im Bereich irdischer und vergänglicher Dinge nichts Angenehmeres hören,
nichts Wünschenswerteres begehren, schließlich auch nichts Besseres finden kann. Augustinos 354 – 430

Ein kluger Kopf, dieser Augustinos. Was er damals schon wusste und niederschrieb, gilt auch heute noch. Denn was gibt es Schöneres, als in Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Wohlstand zu leben? Umgeben zu sein von Freunden und freundlichen Nachbarn im Herzen Europas. Das war nicht immer so. Was unsere Vorfahren im Laufe der letzten Jahrzehnte so alles durchmachen mussten, lesen Sie jetzt hier … Rückblick aus der Sicht meines Vaters, Christian Gerlach VI, am Tag der Goldenen Hochzeit, den er mit meiner Mutter Lydia im Jahre 2006 feiern durfte…

So steht es in Stein gemeißelt im Eingang unseres Hauses:

Aus der Ehe zwischen Christian Gerlach und seiner Frau Eliese geb. Weinreich gingen 6 Kinder hervor: 3 Söhne und 3 Töchter. 1899 übernahm Christian Gerlach, mein Großvater, Ackermann und Wirt das Erbe. Er starb 1915, 51-jährig, und hinterließ 5 Kinder: unseren Vater mit 14 Jahren und Tante Lieschen, mit 2 Jahren die Jüngste. Das waren harte Zeiten für seine Witwe Marie geb. Schulze aus Rhadern: Weltkrieg, Inflation und Weltwirtschaftskrise.

1926 heirate unsere Mutter Margarete, geb. Waid, bei uns Gerlachs ein. Sie war die fleißige und geschickte Tochter des Revierförsters Karl Waid aus Kleinern und seiner Ehefrau geb. Wiesemann aus Waldeck. Es wurden 2 Kinder geboren, meine Schwester Marlies und ich. In erster Linie wurde Landwirtschaft betrieben, zugleich nahm das Geschäft einen guten Gang. Da alle Gewinne wieder in den Betrieb investiert wurden, blieb kein Jahr ohne Baumaßnahmen und ergänzende Einrichtungen. In den 1930er Jahren gab es schon Zimmer mit Waschbecken und fließendem Wasser, natürlich kalt.

Die günstige Entwicklung wird vom 2. Weltkrieg unterbrochen. Nach Kriegsende jedoch und vor allem nach der Währungsreform 1948 kamen auch wieder Gäste. Es wurde geschlachtet, denn die Bevölkerung hatte viel entbehren müssen und großen Hunger. Bei uns gab es keine Speisekarte – dafür aber gutes Essen. Schon im Frühjahr 1950 modernisierten wir unseren Gastraum und eine neue Theke mit elektrischer Kühlung wurde angeschafft.
So ging es laufend weiter.

Im Jahre 1956 heiratete ich Lydia, die älteste Tochter des Metzgermeisters Otto Scherf und seiner Ehefrau Anna, geb. Mann. Es wurden unsere Kinder Annegret und Christian (inzwischen der Siebte) geboren. 1971 stirbt unser Vater im Alter von 70 Jahren. Daraufhin gab es einige Umstellungen: Die Milchwirtschaft wurde eingestellt, der Betrieb verlagerte sich mehr und mehr auf die Gastronomie. 1988 starb unsere Mutter Margarete, fast 81 Jahre alt. Es war ihr Wunsch, und sie durfte es auch noch miterleben, dass unsere Scheune abgebrochen wurde und an dieser Stelle der Neubau der Fremdenzimmer entstand.

Als Kinder unserer fleißigen Eltern haben wir auch deren Lebenseinstellung mitbekommen und gelebt: Ein Vorwärts stets, nie ein Zurück, selbst viel mitarbeiten, Kunden und Gäste pflegen, mindestens so gut wie die Kollegen. Durch Aufmerksamkeit mögliche Fehlerquellen frühzeitig erkennen und versuchen,
schnell auszumerzen. Diese Selbstverpflichtung hat uns gut vorwärts gebracht und wir haben viel erreicht.

Aufbauend auf der Leistung unserer Eltern und der stetigen Mithilfe unserer Kinder Annegret und Christian sowie der Schwiegerkinder Heike und Norbert konnten wir mit Gottes Schutz und Hilfe unser Dorfgasthaus zur heutigen Bedeutung ausbauen. Inzwischen zählen die fünf Enkelkinder Dana, Jan, Christian VIII, Lisa und Johannes zur heranwachsenden Generation.

Der in die Zukunft weisende Anbau, den unsere Kinder jetzt fertig gestellt haben, zeigt: Auch sie haben Vertrauen in die Zukunft und in ihre Arbeitskraft.
Dazu wünschen wir ihnen Gesundheit, Glück und Gottes Segen. Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt, der ihrem Wesen nachforscht, ihren Sitten,
die Wege wandelt, die sie einst beschritten.

Christian Gerlach der VI